Als Jugendlicher saß ich nachts vor dem Rechner und bin in fremde Systeme rein.
Nicht um etwas kaputt zu machen. Ich wollte wissen, wie sie funktionieren.
Irgendwann stand die Polizei vor der Tür. Razzia in 33 Ländern, Leute von der NSA
dabei. Das war dann das Ende davon.
Die Angewohnheit ist geblieben. Ich will wissen, wie etwas von innen läuft, bevor
ich es anfasse. Das ist bis heute mein halber Job.
Mit zwanzig freiwillig zur Bundeswehr. Gebirgsjäger, Elite-Einheit, vier Monate
davon in Kabul. Was ich da gelernt habe, ist nichts Heldenhaftes. Nur das: Du gehst
los, auch wenn du nicht weißt, wie es ausgeht. Und du hörst nicht auf, bloß weil es
unbequem wird.
Danach fünfzehn Jahre neben Unternehmern. Erst im Marketing, dann als Berater, dann
als Coach. In der Zeit habe ich in viele Maschinenräume geschaut. Marketing,
Vertrieb, Auslieferung. Wie sie Kunden gewinnen, wie sie verkaufen, wo es hinten
klemmt.
Es war nie dasselbe Problem. Aber fast immer dieselbe Sorte Problem.
Genau das steckt heute in dem, was wir bauen. Du musst mir nicht erst erklären, wie
dein Laden funktioniert. Ich war in zu vielen.
Allein mache ich das nicht. Hinter den Projekten steht ein kleines Team für
Entwicklung, Gestaltung und Video. Wer mitarbeitet, hängt davon ab, was du
brauchst. Im Gespräch sitzt aber immer ich. Du bekommst keinen Junior
vorgesetzt, nachdem du unterschrieben hast.
Dazwischen habe ich für einen Verband die Onlinekommunikation geleitet. Newsletter
in drei Jahren von 2.000 auf über 40.000 Empfänger, über 40 Prozent Öffnungsrate,
40.000 Dollar AdWords im Monat. Mein Chef schrieb mir ins Zeugnis: „Herr Kresse galt
als hervorragende Führungskraft."
Ein Freund hat es neulich besser gesagt, als ich es könnte: